Geschichte

Königsgesellschaft Roigel

Die Geschichte des Roigel hat ihre Wurzeln in der Zeit der Befreiungskriege gegen Napoleon. Die zu diesen Zeiten erwachende Idee einer Einigung der zerstrittenen deutschen Staaten und „Stätchen“ in einer demokratisch organisierten Republik erfasste um 1815 weite Teile der damaligen Studentenschaft, so auch in Tübingen, wo sich im Jahr 1816 Studenten zu einem allgemeinen Studentenverein, der „Burschenschaft“ (Bursche ist die alte Bezeichnung für Student) zusammenschlossen. 

 

 

Hierunter waren besonders viele „Stiftler“, Theologiestudenten aus dem evangelischen Stift, die als Stipendiaten in besonderem Maße staatlicher Überwachung und Gängeleien ausgesetzt waren. Doch sie atmeten nur kurz den „frischen Wind“ der Freiheit, denn die Burschenschaft wurde bald wegen ihrer „demokratischen Umtriebe“ als aufrührerisch verboten, die Studenten infolgedessen strenger kontrolliert, die Stiftsordnung verschärft. 

 

 

Doch die Ideen dieser 1815 von Jena ausgegangenen burschenschaftlichen Bewegung blieben auch in den längeren Verbotszeiten im Geheimen wach, die Studenten sammelten sich in diversen Grüppchen und Zirkeln, die sich nach außen als bloße Stammtischrunden gaben. Als schließlich die Verbote u.a. der „Karlsbader Beschlüsse“, mit denen die Fürsten des Deutschen Bundes jede Forderung nach Freiheit im Keim zu ersticken beabsichtigten, nicht mehr so streng und konsequent angewandt wurden, sammelte sich ein aus solchen Grüppchen hervorgegangener Kreis von Stiftlern und gründete im Herbst 1838 wieder eine fester organisierte Vereinigung.

Zum König - Königsgesellschaft

Sie trafen sich im Gasthof „zum König“ in der Herrenberger Straße (an der Stelle des heutigen Parkhaus König) und gaben sich daher den politisch opportunen Namen „Königsgesellschaft“. Gemäß ihren Idealen wählten sie die Farben schwarz-rot-gold, wenngleich diese lange Zeit nie offen gezeigt werden konnten.

Mit der etwa zur gleichen Zeit unter einer anderen Benennung wiedergegründeten Tübinger Burschenschaft hielt man freundschaftlichen Kontakt, doch distanzierte sich die Königsgesellschaft in der Folge der Vorgänge während der Revolution von 1848 von der weiteren burschenschaftlichen Bewegung. Grund hierfür war die politische Radikalisierung vieler Burschenschaften, wogegen die Königsgesellschaft getreu ihrem „arminischen Prinzip“ unpolitisch liberal bleiben wollte.  

Seit dieser Zeit geht die Königsgesellschaft ihren eigenen Weg und ist auch bis heute eine unabhängige Verbindung ohne Dachverband geblieben. Satirisch bezeichnete sich die Königsgesellschaft auch als „société royale“, woraus die „Gôgen“, die dem Französischen zumeist unkundigen Tübinger Ureinwohner, schließlich „Roigel“ machten. Diesen kurzen und prägnanten Spitznamen behielt die Königsgesellschaft schließlich als offiziellen Namen bei.

nach oben