Herzlich Willkommen bei der
Tübinger Königsgesellschaft Roigel!

Der Roigel-Bär und das Präsidium im SS 2013
Die Gazette des Lieben Alten Blaich zur Bürgerkneipe am 13.01.12:
Prolog
Es braucht sich um im Raum zu keimen
... ein Reim, geschüttelt, kaum zu reimen.
Um Weisheit zu vermitteln schier
macht grad viel Müh’ das Schütteln mir:
Denn heute ist mein Geist so rar
und scheint ganz abgereist sogar!
Nicht hinter meiner Stirn er harrt -
und gänzlich ist mein Hirn erstarrt.
Weil jetzt den grauen Zellen fehlt,
was in den meisten Fällen zählt,
drum trinke ich in kleinem Maß
erst etwas Bier aus meinem Glas.
Begieß’ das Hirn - jetzt weht der Geist!
Und wohin der dann geht erweist
sich alsogleich aufs wunderbare.
Mein Kopf ist voll mit bunter Ware!
Moralpredigt an Altersgenossen
Auch wenn er war ein Jugendtäter
zeigt meist im Alter Tugend jeder
und mancher Drang, der gibt sich, seht,
wenn es dann auf die Siebzig geht.
Doch ob man 17 oder 70
es wiederholt halt im Prinzip sich:
Man will beim Klang der zarten Geigen
dem Liebchen nachts den Garten zeigen.
Hat man auch einen matten Geist
reicht’s doch noch zum Begatten meist.
Denn‘s Herz ist nicht mit Siebzig leer,
und Goethe noch verliebt sich sehr.
Wie man so weiß verknallt er ooch
sich trotz dem hohen Alter noch.
Zwar putzt ihn die Gemahlin runter
in ihr wurd’ die Gen’ralin munter,
wenn mit dem Wein in seinem Glas
er abends bei was Kleinem saß,
beim teuren Mahl dann ließ die Habe,
und neue Liebe hieß die Labe.
Drauf machen ihm viel Last die Hiebe,
denn seine Gattin hasst die Liebe.
Lauscht meinen Expertisen: Raten
will ich euch ab von Riesentaten!
Gebt dieser Sünde keinen Raum,
denn dies ziemt einem Reinen kaum!
Gut ist`s beim eig’nen Weib zu liegen,
auch öfter seinen Leib zu wiegen,
den Appetit im Nu zu zähmen
um nicht unnötig zuzunehmen.
So wie der Rebe Rankenschlinge
der Bauch zeig’ nur die schlanken Ringe.
Geht’s euch mal schlecht, trinkt immer Wein.
Stimmt nie in ein Gewimmer ein!
Asketen packt die Tee-Wut
wenn’s irgendwo ganz weh tut -
Doch ihr dem Alkohol wegen
braucht Sorgen nie ums Wohl hegen!
Der Gott der diese Labe gibt
will dass man seine Gabe liebt.
Die Macht, die in dem Weine steckt,
das Leben selbst im Steine weckt.
Und wer hier wie ein Streber lebt,
nur nach gesunder Leber strebt,
dem sag sich einfach: Altes Haus
wenn zwickt die Leber – halt es aus!
Es bleibt um euch am Schluss zu grüßen
ein Spruch um diesen Gruß zu schließen:
Es sollen hoch die Humpen leben,
die wir und and’re Lumpen heben!
fecit R. BLAICH G.d.R.